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Bilz Sanatorium
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1898/1899 wurde auf dem nahe gelegenen Jägerberg das Herrenhaus als Kurhaus IV in Betrieb genommen, sodass er um die Jahrhundertwende auf 150 Bettenplätze kam. Die Pläne für ein noch größeres schlossartiges Sanatoriumsgebäude von den Architekten Max Herrmann aus Radebeul und Conrad Baum aus Dresden wurden nicht realisiert. In diesen Jahren erwarb die Assistenzärztin Anna Fischer-Dückelmann ihre Praxis als spätere selbstständige Naturheilkundeärztin.

Zusätzlich ließ Bilz auf den insgesamt 7,5 Hektar Land Hunderte von Obstbäumen pflanzen, 20 Lufthütten sowie offene Liegehallen und Aussichtspavillons errichten, mehrere Sportstätten sowie Wasserspiele und Spazierwege anlegen. Hinzu kam ab 1905 das Bilzbad mit der 1912 eingebauten Undosa-Wellenmaschine.

Bilz' Kurmethode setzte auf die Selbstheilungskräfte des Menschen, unterstützt durch natürliche Mittel. So sollten Luftkuren, Massagen, Wasseranwendungen oder Bewegungstherapien helfen, unter anderem Krankheiten der Atem- und Verdauungsorgane, des Stoffwechsels und des Nervensystems sowie urologische, gynäkologische und dermatologische Krankheitsbilder zu behandeln.

Die ärztliche Leitung übernahmen nach Päßler angesehene Mediziner und Naturheilkundler wie Eugen Bilfinger, Otto Wagner und Paul Aschke, dessen denkmalgeschützte Villa sich in fußläufiger Entfernung vom Bilz-Sanatorium befindet. Die Direktion übergab Bilz 1905 seinem Sohn Max Alfred Bilz.

Friedrich Eduard Bilz starb am 30. Januar 1922 an seinem Heimatort und wurde in der Nähe seines Freundes Karl May auf dem Friedhof Radebeul-Ost begraben. Mit seinem Tod übernahm der älteste Sohn Arthur Ewald Bilz, der bis dahin den Bilz-Verlag geleitet hatte, die Leitung auch des Sanatoriums, das jedoch zunehmend mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Mit Ewald Bilz' Tod 1941 sollte der Jüngste, Willy Johannes Bilz, der bis dahin das Bilz-Bad geleitet hatte, auch das Sanatorium übernehmen.

Dazu kam es nicht mehr, da die Wehrmacht das Bilz-Sanatorium beschlagnahmte und als Reservelazarett umwidmete. 1945 beschlagnahmte es die Rote Armee und demolierte es weitgehend. 1946 wurde es Sitz der Finanzschule des Landes Sachsen. Von 1953 bis 1991 war das ehemalige Bilz-Sanatorium das Internat des Instituts für Lehrerbildung „Edwin Hoernle“. Ab 1960 befand sich das verbliebene Anwesen in Staatsbesitz.

Heute ist das denkmalgeschützte Anwesen in Privatbesitz, die Gebäude wurden zu Wohnanlagen umgebaut.